Das geht ab: WDR 2 zu Rüstungsexporten

Deutsche Rüstungsexporte sind ein heftig und meist auch recht emotional diskutiertes Thema – deshalb bin ich sehr gespannt, was am (heutigen) Donnerstagabend bei der Anrufsendung Arena des Westdeutschen Rundfunks (auf WDR2) zum Thema Deutsche Waffen in alle Welt? abgeht. Ich werde dann im Studio sitzen und mal darauf warten, womit die Anrufer kommen. Ich vermute: es wird recht kontrovers.

Nachtrag: Den Podcast der Sendung gibt’s

 
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(Foto: Leopard-Kampfpanzer bei der Informationslehrübung 2013 – Bundeswehr / Sebastian Wilke via Flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

Lagebeobachtung 17. April: Ukraine, Moskau, Genf

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Die Ereignisse rund um die Ukraine-Krise sind am (heutigen) Gründonnerstag etwas unübersichtlich – und ich werde gar nicht erst versuchen können, alles im Blick zu behalten (vielleicht klappt es halbwegs mit Hilfe der Leser/innen). Es gibt drei zeitgleiche Stränge: In der Ukraine selbst drohen neue Auseinandersetzungen, in der vergangenen Nacht gab es offensichtlich Tote; in Moskau stellt sich Russlands Präsident Wladimir Putin einer publikumswirksamen öffentlichen Fernsehbefragung (siehe Screenshot oben), und in Genf haben Gespräche der Außenminister Russlands, der USA und der Ukraine zusammen mit der EU-Außenbeauftragten begonnen.

Die Ausgangslage von heute morgen schildert recht übersichtlich, so weit das überhaupt möglich ist, die Zusammenfassung der BBC.

Zur Call-in-Sendung mit Putin gibt es natürlich mehrere Liveblogs (zum Beispiel bei Radio Free Europe), und die bisherigen Aussagen des Präsidenten überraschen wenig. Aus meiner Sicht auch nicht die – jetzt prominent gemeldete – Aussage, es seien russische Soldaten auf der Krim anwesend gewesen – die waren doch dort stationiert (dass sie dann was Anderes gemacht haben als die russische Basis zu schützen, ist eine andere Frage). weiterlesen

Geschichten aus Afghanistan

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Die Zahl deutscher Journalistinnen und Journalisten, die ständig in Afghanistan leben und von dort berichten, ist, nun, extrem überschaubar (insbesondere verglichen mit der Zahl der Reporter aus den USA und Großbritannien). Deshalb ist es um so bedauerlicher, dass Ronja von Wurmb-Seibel, eine frühere Zeit-Redakteurin, in diesem Blatt zwar bis vor kurzem schrieb – aber: Meine Kolumne aus Kabul erschien sechs Monate lang wöchentlich in der ZEIT. Nach dem Tod von drei Journalisten in Afghanistan wurde sie eingestellt, teilt die Autorin lapidar auf ihrer Webseite mit.

Das hindert Wurmb-Seibel aber nicht daran, ihre Geschichten mit dem scharfen Blick auf den afghanischen Alltag weiter zu erzählen. Auf eigene Rechnung, auf ihrer eigenen Plattform. Und mit dem Wunsch, dass den Lesern diese Geschichten auch etwas Wert sind – denn einen zahlenden Kunden für ihre regelmäßige Kolumne hat sie nicht mehr:

Ich lebe in Kabul und möchte die Geschichten weiterhin schreiben. Ab jetzt finden Sie hier jede Woche, freitags, eine neue Ausgabe meiner Kolumne – für je einen Euro. weiterlesen

Chinesische Blauhelme in Mali: Fehlen da 21 Tonnen Waffen und Munition?

Die Geschichte von Reuters scheint es bislang nicht auf Deutsch zu geben – dabei ist sie schon spannend: Auf dem Weg aus China nach Mali sind bei der Lieferung von Waffen und Munition für chinesische Blauhelme, so haben UN-Experten herausgefunden, so etwa 21 Tonnen verschwunden. Irgendwo auf dem Transportweg über die Elfenbeinküste. Gegen die es ein UN-Waffenembargo gibt. Und das Außenministerium in Peking sagt, da fehle nichts – die 21 Tonnen seien ja Güter des täglichen Bedarfs für seine Soldatinnen und Soldaten in der MINUSMA-Mission gewesen.

Alles sehr verwirrend. Und von Reuters schön hier aufgeschrieben (trotz der langweiligen Überschrift):

UN should halt arms shipments via Ivory Coast after China breach – panel

(Foto: Chinesische Soldatinnen der MINUSMA-Mission in Gao, Januar 2014 – MINUSMA/Marco Dormino)

Übung vor Nigeria: Deutsche Soldaten lehren Piraten-Bekämpfung

Die Piraterie vor der Küste Somalias ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen (auch wenn es in den vergangenen Tagen erneut Angriffsversuche gab) – nicht zuletzt eine Folge der massiven Marinepräsenz, an der sich seit 2008 auch die Deutsche Marine in der EU-Mission Antalanta beteiligt. Auf der anderen Seite des Kontinents, an der Westküste Afrikas, im Golf von Guinea, nehmen dagegen die Angriffe von Piraten zu. Eine ständige maritime Präsenz von EU, NATO und anderen Nationen (insbesondere der USA) ist für diese Region bislang nicht wahrscheinlich, auch wenn die Franzosen dort mit Kriegsschiffen verstärkt patrouillieren. Statt dessen setzen die USA, mehrere europäische Länder und auch südamerikanische Nationen wie Brasilien auf gemeinsames Training mit Streitkräften der betroffenen westafrikanischen Küstenländer.

Eine große Übung zu diesem Zweck hat am (heutigen) Mittwoch offiziell begonnen, und auch die Deutsche Marine ist bei Obangame Express 2014 dabei. weiterlesen

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